ROAD TO HEAVEN
Dokumentarfilm, Ö, 2014, 95min, Farbe, Stereo, OmdeU
Regie: Walter Größbauer
„Road to Heaven““ ist der dritte Film der Trilogie „Ach, Indien“ und erzählt von der Pilgerreise eines jungen Sikh quer durch Indien. Sie führt über die „Grand Trunk Road“, eine antike Handelsroute, die zu den gefährlichsten Straßen der Welt zählt, von Kolkata im Osten nach Amritsar im Westen. Dort befindet sich das spirituelle Zentrum des Sikhismus.
Rajan repräsentiert die „Generation Next“ Indiens, die mit MacBook, Smartphon und Social Media groß geworden ist und den westlichen Lebensstil als Vorbild hat. Er ist jung und modern, wild und konsumhungrig, findet Politik deprimierend und weiß wenig über die Geschichte seines Landes.
In der Familie gilt Rajan als Rebell, denn er trägt die lange Haarpracht der Sikh nicht unter einem Turban, sondern unter einer Baseballkappe versteckt. Dass er trotzdem auf Pilgerreise geht, um sich bei Gott zu bedanken, zeigt den Zwiespalt einer Generation, die nur mehr blind den Traditionen ihrer Kultur folgt.
Auf der langen Reise macht er Halt an Orten, die er noch nie zuvor gesehen hat und die ihn verstören. Er fürchtet sich vor den Kühen in den schmutzigen Straßen von Varanasi, besucht einen wilden Jahrmarkt in Allahabad, schwärmt von der Liebe beim weltberühmten Taj Mahal, erfährt, warum Witwen aus dem ganzen Land nach Vrindavan kommen, begegnet einer Frauenrechtlerin in Gurgaon, dem „Singapur“ Indiens, und besucht die Demonstrationsstraße in Neu-Delhi.
Bis er das Ziel seiner Reise erreicht, den Goldenen Tempel in Amritsar, wird er mit der Realität seines Landes konfrontiert, in dem Korruption, soziale Missstände und Gewalt an Frauen wie Meilensteine auf dem Weg liegen. Die Straße zum Himmel führt ihn unweigerlich durch das Fegefeuer.
Credits
| Buch und Regie | Walter Größbauer |
| ProduzentIn | Walter Größbauer, Claudia Pöchlauer |
| Regieassistent | David Größbauer |
| Kamera | Walter Größbauer |
| Kameraassistent | Zeno Piati |
| Schnitt | Walter Größbauer |
| Schnitt Assistent | David Lindengrün |
| Soundtrack | Erich Pochendorfer |
| Musikmischung | Chris Scheidl |
| Übersetzung | Simren Sandhu, Areshpreet Wedech, David Lindengrün, Eric Lomas |
| Grafik | Johannes Krumböck |
| Produktion und Verleih | FORTUNAMedia |
Pressestimmen
Ö1/Wolfgang Popp „Ein Dokumentarfilm mit Bodenhaftung“
Der Mann, der da seinen Kleinwagen geschickt durch die Wogen des indischen Verkehrs lenkt, lässt jedes Indien-Klischee alt aussehen. Rajan Singh ist 21 Jahre alt, trägt Baseballkappe und Pilotensonnenbrille, in der Hosentasche steckt sein iPhone und im Koffer sein silberner Laptop. Ein typischer Vertreter der neuen Generation in Indien, dachte Walter Größbauer, Blick Richtung Westen und neueste Technologien, der Zweitwohnsitz im virtuellen Raum des Internet, die Interessen dementsprechend globalisiert. Auf der langen Reise lernte der Filmemacher aber auch noch andere Seiten des jungen Mannes kennen.
2.000 Kilometer lang war Walter Größbauers Reise und im rauen gesellschaftlichen Gegenwind ist dabei ein Indien-Klischee nach dem anderen gepurzelt. „Road to Heaven“ ist ein Dokumentarfilm mit Bodenhaftung, weil er sich das Land ausschließlich von seinen Einwohnern erklären lässt, und ein im besten Sinne kurvenreicher Film, weil er sofort die nächste Abzweigung nimmt, wenn am Horizont ein Klischeebild auftaucht.
INDIEKINO/Jens Mayer „Beeindruckende audiovisuelle Komposition“
Größbauers Film verzichtet auf erklärende Kommentare, ist aufgrund seiner beeindruckenden audiovisuellen Komposition aber dennoch ein haltungsstarker Film, der in seiner Ambivalenz und Beharrlichkeit noch lange nachhallt.
FILMDIENST/Reinhard Lüke„Bildgewaltige Momentaufnahmen eines rätselhaften Landes“
Ein eher modern orientierter indischer Student begibt auf eine Pilgerreise, die von Kalkutta aus entlang der „Grand Trunk Road“ quer durch den Subkontinent bis in seinem Heimatort Amritsar führt, dem spirituellen Zentrum der Sikhs. Unterwegs erfährt man viel über deren Religion, wird aber auch mit einem Land konfrontiert, das in Müll, Chaos und politischer Unfähigkeit zu versinken droht. Das dokumentarische Road Movie, dritter Teil der „Ach, Indien“-Trilogie, bewegt sich bisweilen an der Grenze zur Inszenierung und versammelt in langen Einstellungen bildgewaltige Momentaufnahmen eines rätselhaften Landes.
KINO-ZEIT/Jörg Gottschling„Alles andere als der Himmel“
Größbauer schafft es, eine interessante Kultur zu zeigen und gleichzeitig einen kritischen Unterton zu etablieren, ohne jedoch selbst direkte Kritik an den Lebensumständen und deren möglichen Ursachen zu äußern. Als neutraler Betrachter bleibt er versteckt im Hintergrund und erzählt echte Geschichten von echten Menschen.
TIP-BERLIN/Alexandra Seitz ****
Diesmal begleitet der Filmemacher den 21-jährigen Rajan Singh, dessen Erwartungen an das Leben geprägt sind von modernen Kommunikationstechnologien und kapitalistischer Konsumideologie. Auf einer Pilgerreise von Kolkata im Osten nach Amritsar im Westen, unterwegs im Auto entlang der alten Handelsroute Grand Trunk Road, wird der junge Sikh aus der Mittelschicht mit der profund unerfreulichen Realität seines Landes konfrontiert: Korruption, wirklichkeitsfremde Politik, Armut, Umweltverschmutzung, Kinderarbeit, Ausbeutung – und immer wieder: Gewalt gegen Frauen. Vermittelt mal über Begegnungen und Gespräche, mal über die kommentarlose Aufzeichnung des Gegebenen vollzieht sich ein Prozess der Desillusionierung, der nicht zuletzt auch das westliche Klischeebild von Indien als Ort der Spiritualität betrifft.
KÖLNER STADTANZEIGER/Uwe Mies „Wunderschöne Bilder und wechselhafte Eindrücke“
Der Film von Walter Größbauer begleitet einen jungen, tiefgläubigen Sikh auf seiner Pilgerreise. Tradition und Moderne verschmelzen zu einem Abenteuer, wunderschöne Bilder und wechselhafte Eindrücke verdichten sich zunehmend.
ZITTY-BERLIN/Julia Stachowiak
Mit lautem Hupen beginnt eine Pilgerreise, bei der man gar nicht glaubt, dass sie „in den Himmel“ führen könnte. Denn der Weg, den Rajan, ein 21-jähriger Sikh, 2.000 Kilometer mit seinem Auto fährt, ist hart gepflaster und voller Steine. Er triff auf Frauen, die vor ihren Familien flüchten mussten, auf Intellektuelle, Arme, Alte, Weise, Kinder ohne Perspektiven. Das unverfälschte Bild, das zwischen Strassen, Tempeln und Familien ensteht, wir ab und zu von Songtexten kommentiert; dem Zuseher wird bei der Bewertung viel Freiheit gelassen.
Als letzter Film der Trilogie „Ach, Indien“ entwirft Regisseur Walter Größbauer das vielseitige Portrait eines Landes, das sich unseren westlich romantisierten Vorstellungen entgegenstellt und lange nachwirkt.
DOKUMENTARFILM.INFO/Thomas Schneider „Aktueller Kommentar zu einem rästelhaften Land“
„Road To Heaven“ ist der dritte Film von Walter Größbauer, der nach „Indian Dreams“ und „Next Exit Nirvana“ ein weiteres Mal indische Geschichten und Motive verarbeitet. Der Trilogie hat der Filmemacher den Titel „Ach, Indien“ gegeben. Ganz ohne Off-Kommentar, aber mit einer tollen Soundcollage von Erich Pochendorfer ausgestattet, gelingt dem viel gereisten Filmemacher ein ganz aktueller Kommentar zu einem Land, das noch immer rätselhaft wirkt.
CHOICES/Hartmut Ernst„Skizzenhafte Anekdoten zu Themen Tourismus, Gewalt, Sexismus und Korruption“
Nach „Next Exit Nirvana“ und Indian Dreams“ vollendet der österreichische Regisseur Walter Größbauer mit „Road to Heaven“ seine dokumentarische Indien-Trilogie. Diesmal fährt er mit dem jungen Pilgerreisenden Rajan durch Indien. Auf den Zwischenstopps wird er Zeuge sowohl vom Schrecken als auch von der Schönheit des Landes, die er jeweils knapp beleuchtet.
STADTREVUE/Melanie Dorda „Größbauer verzichtet auf Off-Kommentare, lässt Protagonisten und Bilder für sich sprechen.“
Im dritten Teil seiner Indien-Trilogie begleitet Filmemacher Walter Größbauer den 21-jährigen Sikh Rajan auf einer Pilgerreise quer durchs Land. Mit dem Auto fährt er von seinem Studienort Kolkata im Osten bis zum Goldenen Tempel in Amritsar im Westen Indiens, um nach dem Tod der Mutter für die Familie zu beten. Auf dem Weg begegnet er korrupten Polizisten, mittellosen Witwen, einer resignierten Frauenrechtlerin und schwadronierenden Anwälten. Die Auswahl wirkt willkürlich, greift aber bewusst Probleme wie Armut, Frauenhass und Korruption auf. Größbauer verzichtet auf Off-Kommentare, lässt Protagonisten und Bilder für sich sprechen. Seinen ungeschönten Impressionen haftet etwas Unfertiges, Bruchstückhaftes an, was dieses Land voller Widersprüche umso gewaltiger und unfassbarer erscheinen lässt.
Film Stills
Screenings
| Termin | Veranstaltung | Veranstaltungsort | Ort |
| Kinostart | Österreich | ||
| 16.05.2015 | Kinostart | Programmkino | Wels |
| 15.05.2015 | Kinostart | Moviemento | Linz |
| 02.05.2015 | Kinostart | Volkskino | Klagenfurt |
| 24.04.2015 | Kinostart | Rechbauerkino | Graz |
| 24.04.2015 | Kinostart | De France Kino | Wien |
| Kinostart | Deutschland | ||
| 11.06.2015 | Kinostart | Fabrik Kino | Neustrelitz |
| 05.06.2015 | Kinostart | Rexkino | Bonn |
| 19.04.2015 | Kinostart | Breitwand Kino | Seefeld |
| 12.04.2015 | Kinostart | Breitwand Kino | Hersching |
| 29.03.2015 | Kinostart | Cinema Ostertor | Bremen |
| 16.03.2015 | Kinostart | Lichtspielkino | Bamberg |
| 19.02.2015 | Kinostart | Kino im Künstlerhaus | Hannover |
| 12.02.2015 | Kinostart | Filmpalette | Köln |
| 12.02.2015 | Kinostart | Bali Kino | Berlin |
| 07.02.2015 | Kinostart | Arena Filmtheater | München |
| 05.02.2015 | Kinostart | Meisengeige | Nürnberg |
| 05.02.2015 | Kinostart | Filmpalette | Marburg |
| 05.02.2015 | Kinostart | Kino Zukunft | Berlin |
| 05.02.2015 | Kinostart | Schafrichter Kino | Passau |
| 05.02.2015 | Kinostart | Regina Filmtheater | Regensburg |
| 04.02.2015 | Kinostart | Monopolkino | München |
Termine
| Datum | Was | Location | Ort | Anwesenheit |
| 07.10.2015 | Film&Gespräch | Ärztekammer | Wien | Regisseur |
| 16.05.2015 | Film&Gespräch | Programmkino | Wels | Regisseur |
| 15.05.2015 | Film&Gespräch | Moviemento | Linz | Regisseur |





