DAS LEBEN IST REINE GLÜCKSACHE
Essayfilm, Ö, 2004, 60min, Farbe, Stereo, OmdeU
Regie: Walter Größbauer
„Durch Afrika zu reisen ist immer eine gewaltige Herausforderung an alle meine Sinne, da nirgendwo das Schöne und das Hässliche, die Freude und das Grauen, das Staunen und das Entsetzen so dicht beieinander liegen, wie in diesem Teil der Erde, der die Mutter aller Wesen ist“. Mit diesen Worten endet der Prolog des Filmes, während der Zuseher aufgefordert wird, die Augen zu schließen und sich auf die persönliche innere Sichtweise des Autors einzustellen.
Um die Eindrücke einer Reise durch Ghana/Westafrika wiederzugeben, bedarf es nicht unbedingt vieler Worte. Im Gegensatz zu gewohnten Reisefilmen im Fernsehen, kommt dieser fast ohne sie aus. Nur im ungewöhnlichen Prolog und in prägnanten schriftlichen Kommentaren vermittelt der Autor und Filmemacher seine persönliche Meinung und wichtige Fakten. Im Vordergrund stehen berührende Bilder, originale Klänge und stimmungsvolle Musik. Das bunte Treiben auf den Märkten, in Dörfern und Städten wird besonders authentisch vermittelt. Die Schnitttechnik passt sich den bildlichen Gegebenheiten an und übernimmt den Rhythmus Afrikas. Bei Beerdigungen und Messfeiern, bei Dorfchiefs und Handwerkern – überall glaubt man sich inmitten des Geschehens. Poesie und Realität sind keine Gegensätze. Beeindruckende Landschaften, fremdartige Dörfer und auch die Burganlagen im Süden des Landes, an der Goldküste, der einstigen Sklavenküste, vervollständigen das persönliche Bild des Filmemachers und zeigen Ghana aus ungewöhnlicher Perspektive.
Credits
| Buch und Regie | Walter Größbauer |
| ProduzentIn | Walter Größbauer, Claudia Pöchlauer |
| Kamera | Walter Größbauer |
| Schnitt | Walter Größbauer |
| Soundtrack | Erich Pochendorfer |
| Grafik | Felix Dorner |
| Produktion und Verleih | FORTUNAMedia |
Pressestimmen
Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Dr. Kerstin Stutterheim – Professorin für AV-Mediendramaturgie und -Ästhetik
Größbauer reist nach Ghana und gibt seiner Neugierde wie seinem Erstaunen Raum. Sein Film beginnt mit einem dunklen Bild, quasi im dunklen Raum, und man hört dazu den Filmemacher laut über seine Reise nach Afrika nachdenken. Das dunkle Bild erklärt sich mit dem Verweis auf den Nachtflug über Afrika, wo man beim Blick aus dem Fenster nur ganz selten Lichtpunkte entdecken kann.
„Durch Afrika zu reisen ist immer eine gewaltige Herausforderung an alle meine Sinne, da nirgendwo das Schöne und das Hässliche, die Freude und das Grauen, das Staunen und das Entsetzen so dicht beieinander liegen, wie in diesem Teil der Erde, der die Mutter aller Wesen ist“.
Größbauer verzichtet nach diesem Prolog auf jeden Kommentar. Er nimmt uns mit auf seine Reise, beobachtet das Geschehen und die Menschen. Wir begleiten Ihn an verschiedene Orte und in Alltagssituationen – auf einen Markt oder ein Begräbnis – ohne dass er uns noch einmal verbal erläutert, was sich vor unseren Augen abspielt. Die einzelnen Passagen werden jeweils durch eingeblendete Texttafeln eingeleitet, auf denen faktisch Informationen und auch mal die persönliche Meinung des Filmemachers uns als Zuschauer Orientierung oder Denkanstöße geben.
Dieser stilistisch ungewöhnliche Film geht von den Erfahrungen und der Sicht des Filmemachers aus und versetzt uns in eine dem Reisen vergleichbare Situation: Es erklärt sich nicht alles sofort, man muss eine Wegstrecke offenen Auges und Ohres mitgehen und den eigenen Verstand nutzen, um das Gesehen und Gehörte zu begreifen oder auch nur in sich aufzunehmen und in Relation zur eigenen Lebenswelt zu setzen.
Größbauer ist es durch die gewählte Erzählhaltung und die stilistische Umsetzung gelungen, einen Film über ein fernes wie fremdes Land zu realisieren, der die Andersartigkeit nicht einpasst in unsere mitteleuropäische Maßstäbe und Erfahrungswelten, sondern die Andersartigkeit bestehen lässt, ohne zu dramatisieren, zu exotisieren oder sich moralisch über die beobachtete Kultur zu stellen:
Film Stills
Screenings
| Termin | Festival | Status | Ort |
| 26.05.2006 | 18. Africa Festival | Einladung | Würzburg |
| 07.07.2004 | Kasumama | Einladung | Moorbad Harbach |
| Termin | Veranstaltung | Veranstaltungsort | Ort |
| Kinostart | Österreich | ||
| 10.10.2006 | Spezial Screening | Ärztekammer | Wien |
| 06.11.2004 | Spezial Screening | Photoadventure | Wien |
| 22.10.2004 | Spezial Screening | Afrikanische Lesewoche | Linz |
| 04.09.2004 | Spezial Screening | help4ghana | Wr. Neustadt |
| Kinostart | Deutschland | ||
| 03.10.2009 | Spezial Screening | Volkshochschule | Ulm |




