HERBST IN BANGKOK
Dokumentarfilm, Ö, 2019, 100min, Farbe, Stereo, OmdeU
Regie: Walter Größbauer
Bangkok zählt zu den meist besuchten Städten der Welt. Heerscharen von Touristen strömen in die mit Garküchen gefüllten Straßen und Märkte. Shopping-Malls, pittoreske Tempel und die berühmten Vergnügungsviertel sind Zugkräfte, die jedes Jahr mehr Besucher anziehen. Die einen kommen, um dem Konsumismus zu frönen, andere des kulturellen Angebotes wegen. Manche setzten auf der Suche nach der Liebe ihr Herz in Flammen, um später ihre Existenz in Schutt und Asche zu legen. Der Alltag der Bewohner indes ist geprägt von den Auswirkungen des extremen Konsumismus. Im Müll erstickende Kanäle und Wasserwege, gesundheitsgefährdende Luft-verschmutzung, ein permanenter Verkehrsinfarkt und der Ungleichheit zwischen Arm und Reich.
Herbst in Bangkok ist eine atmosphärische Expedition abseits der touristischen Hauptrouten und gibt Einblick in die unterschiedlichen Lebenswelten dreier Menschen in einer asiatischen Megacity. Jewwej, der versucht als Papierkünstler sein Auskommen zu finden, obwohl Kunst in Thailand als nicht wichtig angesehen wird. Nee, die aus armen Verhältnissen stammt und sich empor gearbeitet hat, besitzt drei florierende Geschäfte, ein luxuriöses Haus, Auto und eine Harley Davidson. Book, der bei seiner Großmutter aufwuchs, weil seine Mutter an Drogen starb, möchte als Rapper Bekanntheit erlangen, um seinen kleinen Bruder wieder zu finden. Alle verbindet eine fundamentale Lebensweisheit, ein unumstößlicher Glaube an eine positive Zukunft, aber auch die Narben, die ein hartes leben hinterlässt.
Herbst in Bangkok ist nach „Sommer in Wien“ und „Winter in Havanna“ und „Frühling in Neapel“ der Abschlussfilm der Tetralogie „Die vier Jahreszeiten“.
Credits
| Buch und Regie | Walter Größbauer |
| ProduzentIn | Walter Größbauer, Claudia Pöchlauer |
| Kamera | Istvan Pajor, Walter Größbauer |
| Ton | Istvan Pajor |
| Schnitt | Walter Größbauer |
| Aufnahmeleitung | David Found |
| Soundtrack | Karl Ritter, Eleven Fingers |
| Musik Mix & Mastering | Chris Scheidl |
| Recherche | David Found, Suchade Phoisaat, Byu Nichipa |
| Transkription | Raimund Wagner |
| Übersetzung | Raimund Wagner, Eva Walker |
| Produktion und Verleih | FORTUNAMedia |
Pressestimmen
AUGUSTIN/Reinhold Schachner „Ein Highlight des Wiener Kinoherbstes: Walter Größbauers Stadtporträt von Bangkok“
Die dritte Station im Rahmen des Vier-Jahreszeiten-Projekts von Walter Größbauer bildet Bangkok. Der freischaffende Fotograf und Filmemacher startete seine Stadtporträt-Tetralogie mit Sommer in Wien. Er übersprang den Herbst für den Winter in Havanna und reicht nun den Herbst in Bangkok nach. Gewährten schon die beiden erstgenannten Dokumentarfilme schnörkellose Stadteinsichten, setzt Walter Größbauer mit seinem neuen Stadtporträt noch eins drauf. Bangkok hat nicht nur über acht Millionen Einwohner_innen. Die Hauptstadt von Thailand ist darüber hinaus auch eine Tourismus- und Konsumhochburg – dementsprechend geht es dort ab, dementsprechend viel Stoff gäbe es zu behandeln, wie die ersten rund acht Minuten von Herbst in Bangkok beeindruckend zu erkennen lasen.
Allein diese Art von Prolog reicht für eine dringliche Empfehlung des Kinobesuchs, denn Walter Größbauer nimmt einen mit auf einen buchstäblich flashigen und formalästhetisch grandiosen Kurztrip: Lichtspiele und Lichtverschmutzung, Jazz und Lärm, Asphalt und Wasser, Cocktails und Sauschädeln und noch vieles werden großartig miteinander kombiniert, regelrecht in Bild und Ton komponiert. Übrigens, für den Soundtrack zeichnet Karl Ritter verantwortlich.
Nach diesem berauschenden Auftakt wird es in Bangkok für die folgenden rund 90 Minuten doch etwas ruhiger. Das Treiben in der Stadt rückt in den Hintergrund, vor den Vorhang werden der Reihe nach drei sehr charismatische Personen geholt: Jewwej, der sich dem (Werbe-)Film ab- und dem Papierschnitt zugewandt hat, die rastlose Geschäftsfrau Nee, schließlich noch der im Slum lebende junge Rapper Eleven Fingers. Gemeinsam ist ihnen ihr Arrangement mit den Lebensbedingungen, die ihnen die Megacity bietet – nach unseren, den wienerischen Maßstäben widrige Bedingungen. Dann kommt auch noch ein Virus … und man ist sehr froh darüber, den Herbst 2021 in Wien verbringen zu dürfen.
FALTER/Sabina Zeithammer „Träumen, schaffen, leben in Bangkok“
Lange Finger hantieren mit Messer und Klebstoff: Jewwej werkt zufrieden an seiner Papierkunst. Einen hohen Stellenwert hat seine Arbeit in Thailand nicht, doch er möchte den Traum vom Künstlerdasein trotzdem folgen. Nee ist einen stets top-gestylte Frau Anfang 40, die seit ihrer Jugend unermütlich arbeitet. Neben ihrem eigenen Modelabel betreibt sie ein winziges Cafe, bald soll ein Restaurant dazukommen. Book spricht bereits als Schüler von einem langen Lebensweg. Aufgewachsen im Slum, hat er als Rapper Eleven Finger lokale Bekanntheit erlangt.
„Herbst in Bangkok“ dritter Teil der Jahreszeiten-Tetralogie des österreichischen Dokumentaristen Walter Größbauer, wirft anhand von drei Kurzporträts sowie Luftaufnahmen und Straßenbildern spannende Streiflichter auf die Megacity mit ihren Luxustempeln und Armenvierteln. Den dunklen Seiten – etwa dem Verkehrschaos oder der Behandlung von Tieren – gibt er Konsumgesellschaftkritiker weniger Raum als persönliche Weisheiten seiner Protagonisten und dem bunten , quirligen Leben. Faszinierend der Alltag in den Marktgassen, bitter das Ende, wenn ein Text die (touristischen) Verherrungen durch die Corona-Pandemie und den Umgang der Militärregierung damit beklagt: Das Bangkok aus Walter Größbauers Film existiert nicht mehr.
KLEINE ZEITUNG/Julia Schafferhofer „Ein vielstimmiger, authentischer und soghafter Roadtrip“
Herbst in Bangkok. Garküchen, Verkehrsstau, wuselnde Märkte voller Schweinsköpfe, zugemüllte Kanäle, gut benützte Outdoor-Fitnessgeräte und touristisch-pittoreske Tempel: Regisseur Walter Größbauer porträtiert Thailands Hauptstadt Bangkok wie wir sie von früher kennen. Im Fokus stehen drei Menschen und ihr dennoch optimistischer Blick in die Zukunft: Papierkünstler Jewwej, Geschäftsfrau Nee und Rapper Book. In Zeiten der Pandemie wirkt die asiatische Metropole wie aus der Zeit gefallen. Ein vielstimmiger, authentischer und soghafter Roadtrip – vom Kinosessel aus.
DIE FURCHE/Rudolf Preyer „Walter Größbauer begleitet in seinem Film drei Persönlichkeiten, die sich gegen ihren Untergang stemmen“
Da ist Jew, der sein Auskommen als Papierkünstler zu finden sucht. Nee hatte sich emporgearbeitet – sie besaß während der Dreharbeiten florierende Mode- und Speiselokale sowie eine Harley-Davidson. Der bei seiner Großmutter aufgewachsene Book (die Mutter starb an Drogen) schließlich möchte als Rapper Bekanntheit erlangen.
Film Stills
Kinoliste
| Termin | Festival | Status | Ort |
| Festival | |||
| 30.08.2021 | 33. Heimatfilm | Nominiert | Freistadt/AUT |
| 07.11.2021 | Blow-Up Arthouse | Nominiert | Chicago/USA |
| 15.05.2021 | East-Silver | Nominiert | Jihlava/CZE |
| 19.06.2020 | Festival Deauville | "Silver Trophy" | Deauville/FRA |
| Termin | Veranstaltung | Veranstaltungsort | Ort |
| Kinostart | Österreich | ||
| 25.11.2023 | Kinostart | Das Kino | Salzburg |
| 05.11.2023 | Kinostart | Cineplex | 1010 Wien |
| 10.10.2023 | Kinostart | Moviemento | Linz |
| 09.10.2023 | Kinostart | Volkskino | Klagenfurt |
| 08.10.2023 | Kinostart | Programmkino | Wels |
| 08.10.2023 | Kinostart | De France Kino | 1010 Wien |
| 08.10.2023 | Kinostart | Rechbauer | Graz |
| 09.08.2023 | Preview | De France Kino | 1010 Wien |
| Österreich | Deutschland | ||
| 08.06.2023 | Kinostart | Schafrichter Kino | Passau |
| 06.10.2022 | Kinostart | Tilsiter Lichtspiele | Berlin |
Termine
| Datum | Was | Location | Ort | Anwesenheit |
| 09.08.2023/20:00 | Film&Gespräch | De France Kino | Wien | Regisseur |
| 23.09.2022/19:30 | Film&Gespräch | Das Dorf | Wien | Regisseur |





